Einmal Stanthorpe und wieder zurück

Sonntag, 07.04.2013

 

Nach ein paar Tagen in Brisbane wurde uns klar, wir wollen einen Job und noch viel dringender  ein Auto. Wir suchten nicht lange bis wir auf einen weißen Toyota stießen, der für unsere Ansprüche perfekt erschien. Nach dem ersten Telefonat stellte sich heraus, dass es Deutsche waren.  Wir waren begeistert von dem guten Zustand und kauften das Auto. Als wir es jedoch ummelden wollten stellte sich heraus, dass das Auto vor 5 Jahren einen Unfall in Victoria hatte (Wir sind in Queensland). Eigentlich kein Problem, schließlich wurde der Schaden behoben... dachten wir auf jedenfall. Es stellte sich heraus, dass der Schaden noch nicht in Queensland begutachtet wurde. Wir sollten also mit dem Auto in eine zertifizierte Werkstatt fahren und für 450 Dollar den Schaden begutachten lassen. Das war uns Beiden natürlich zu teuer. Das war unser Erstes, fast gekauftes Auto (Es sollte noch eins Folgen).

Enttäuscht suchten wir weiter. Bis Freunde von Leo sich meldeten und sagten, dass es in Stanthorpe viele Autos gibt, die von Backpackern verkauft werden. Außerdem ist dort gerade harvest time(Ernte Zeit). Vielleicht auch einige Jobs, um die Reisekasse ein wenig aufzubessern. Daraufhin verbrachten wir die letzten zwei Tage in der library (free WIFI) um Online nach Autos in Stanthorpe zu suchen.

Wir wurden fündig und machten uns auf den Weg ins 240 km entfernte Stanthorpe. Noch am gleichen Tag besichtigten wir den weißen Mitsubishi Pajero von einem Backpackerpaar, das zufällig auch aus Oldenburg stammt. Scheiße ist die Welt klein... Der Zustand war okay, hat mich aber nicht wirklich überzeugt. Auch nach einer Probefahrt war ich skeptisch. Ich hatte einfach dieses ungute Gefühl im Bauch. Es waren einfach zu viele Reparaturen nötig. Der Preis war allerdings so attraktiv, dass wir uns entschlossen, den Wagen zu kaufen. Am Tag der Übergabe passierte es. Wir warteten schon am Treffpunkt, als das Handy klingelte. Es waren die Besitzer... Das Auto ist liegen geblieben und springt nicht mehr an. Sie warten auf den Abschleppdienst. Keine Guten Nachrichten. Das zweite fast gekaufte Auto...

Nach vielen Diskusionen wurde uns klar, es muss ein Allradfahrzeug sein. Hier in Australien kann man die entlegensten und schönsten Ziele meist nur mit einem fourwheeldrive Fahrzeug erreichen. Es sollte also ein Mitsubishi Pajero sein. Die Dinger gibt es hier wie Sand am Meer. Billige Ersatzteile garantiert. Außerdem ist der Pajero für seine Robustheit bekannt. Wir hatten einen Pajero auf dem Flugplatz und was wir mit dem Ding alles angestellt haben... der kann einfach nicht kaputt gehen.

Das Angebot in Stanthorpe war jedoch nicht so gut wie wir erwartet haben. Also ging es wieder zurück nach Brisbane. "Back to the roots".  Dort waren weitaus mehr Pajeros, die zum Verkauf angeboten wurden. Wir buchten uns für drei Tage ins Hostel ein. Der Aufenthalt war weit aus Angehnehmer als der im ersten Hostel. Wir waren in einem 6-Bett Zimmer mit einem Italiener, einem Neuseeländer und zwei Engländerinnen. Alle waren sehr cool und nahmen uns schnell in ihre Gemeinschaft auf. Wir sprachen uns meist mit den Herkunftsland an, da Namen merken nicht zu unseren Stärken gehört. In der letzten Nacht( Die Engländerinnen haben uns leider verlassen) stieß ein Perser zu uns ins Zimmer. Er war professioneller Wrestler und hatte einen Kampf an der Goldcoast. Ich musste schon sehr Schmunzeln. Es ist schon erstaunlich, was man hier für Menschen trifft. Wer kann denn bitte von sich behaupten, mit einem persischen Wrestler das Zimmer geteilt zu haben.

In der Zwischenzeit hatten wir unseren nächsten Besichtigungstermin. Wir fuhren also mit dem Zug nach Doomden. Nach einem weiterem gefühlten 20 km Marsch erreichten wir unser  Ziel. Nach dem Außencheck (Reifen, Motor, Keilriemen, usw.) und der darauffolgenden Probefahrt war mir klar, die Karre will ich haben! Und so geschah es. Wir Kauften den roten Mitsubishi Pajero V6 3000 .

Die Anmeldung eines Autos ist im Grunde ganz einfach. Man benötigt folgendes um ein Auto in Queensland anmelden zu können:

  • Kaufbeleg
  • Roadworthy Certificate (das ist ein Werkstattbericht, dass das Auto quasi fahrtüchtig ist)
  • Zwei Bankkarten zur Bestätigung der Identifikation
  • Bestätigung einer Bank über deinen aktuellen Wohnort (hier wird die Rego-Plakette hin gesendet)
  • man muss sich nur noch entscheiden ob man 6 oder 12 Monate Rego (Zulassung) möchte
  • Cash zum bezahlen (und nicht zu wenig kann ich euch sagen )

 

Das Auto war nun gekauft und angemeldet. Es folgte eine gründliche Innen- und Außenreinigung (Die Australier behandeln ihre Autos nicht so gut). Jetzt brauchten wir nur noch eins, ein Bett.

Wir fuhren also zu Bunnings (Baumarkt) und besorgten uns den ganzen stuff, den wir für den Bau eines Bettes benötigten. Nach gefühlten 10 Std. ausmessen, kaufen, schrauben, schwitzen, korrigieren, aufregen war unser Bett fertiggestellt. Die erste Nacht im nagelneuen Bett war ein Segen.

Auf dem Rückweg nach Stanthorpe bekamen wir einen Anruf. Es war Sue die Frau von der Arbeitsvermittlung, bei der wir uns eingeschrieben haben. Sie hatte einen Job für uns. 

 

Brisbane

Selbst gebautes Bett

Unser Mitsubishi Pajero

Die ersten Tage in Brisbane

Samstag, 02.03.2013

  Die ersten Nächte im Hostel waren gewöhnungsbedürftig.Es war sehr heiß. Die Ventilatoren rauschten und die vielen Mitbewohner machten jede Nacht zu einer Tortour. Ich dachte durch meine Zeit als Soldat bin ich einiges gewohnt....falsch gedacht!!! Das absolute Highlight jedoch war eine riesige Kakerlake die unbeholfen auf dem Rücken lag. Aber das scheint hier normal zu sein. Nicht nur Kakerlaken treiben sich in vielen Hostels rum. Ich habe auch schon von Backpackern gehört, die Bettwanzen in der Matratze hatten. In den letzten Tagen haben wir viel die Stadt erkundet und waren im Lone Pine Koala Sanctuary. Ein ziemlich beliebtes Touristenziel. Dort bewunderten wir die vielfältige Australische Tierwelt. Nicht nur Koalas gibt es dort. Unter anderem leben dort Dingos, Kängurus, die seltenen Tasmanian Devils, viele verschieden Vogelarten und mein persönlicher Favorit, Wombats. Ruhige und gutmütige Tiere. Man konnte sich auch mit Koalas auf dem Arm Fotografieren lassen, was bei Asiaten sehr begehrt war. Ich erlebte es eher als Tierquälerei. Diese sonst so tiefenenspannten Tiere in der Hand von laut lachenden Touristen, auf der Suche nach dem perfekten Bild. Kein schöner Anblick. Trotzdem hält das Lone Pine Koala Sanctuary den Rekord für den ältesten Koala auf der Welt. Was für eine Ironie... 

 WombatLeo, Känguru und Ich;-) Lazy Guy Leo und Ich

Dingos

Der erste Bericht (Arrival at Brisbane Airport) wurde erweitert!!!

Arrival at Brisbane Airport

Mittwoch, 27.02.2013

Nach einem langen und anstrengen Flug bin ich am Dienstag mit 2 Stunden Verspätung in Brisbane angekommen. Ich glaube ich habe noch nie so starke Turbulenzen erlebt.  Mir war so flau im Magen, ich musste an die frische Luft. Nur leider habe ich das stressige Verfahren der australischen Botschaft zur Einreise vergessen. Kilometerlange Schlangen vor den Schaltern. Jetzt hatte ich nicht nur einen flauen Magen, ich war nervös.  Ich malte mir schon das worst case Szenario aus. Mein Visum wird abgelehnt und ich darf wieder in den stinkenden Flieger steigen und 20 Std. nach Hause fliegen.

Mit einem Ruhepuls von 180 ging ich an den Schalter. Ein junger Officer mit sympathischen Gesicht saß dort. "Hey, how are you doing?" fragte er mich freundlich. Was hat der gerade gesagt? Ich war auf so nette, offene Beamte nicht vorbereitet. Ich dachte hier wird man wie ein Packetstück behandelt wie ich es meist von deutschen Zollbeamten kenne. Mein Puls sank und ich gab ihm meinen Reisepass. Etwas ungeschickt und nervös kramte ich die (wie ich dachte) wichtigen Dokumente die zur Einreise relevant sind, aus meinem Rucksack. Er gucke mich verwirrt an und gab mir meinen Passport wieder und sagte, "you can pass, have a nice journey sir". Verdutzt stand ich da, mit meinem dicken Order, bereit die verlangen Dokumente vorzuzeigen. Ich versuchte cool zu wirken, als hätte ich alles gewusst. Mit den Worten "have a nice day sir" ging ich an ihm vorbei.

Nächstes mal kommt mehr aber ich kämpfe noch mit meinem Jetlag;)

 

Mit Wollpulli und Jacke verließ ich den Flughafen. (Die übertreiben es immer mit der Klimaanlage; gefühlte -20 Grad)draußen waren es gefühlte 40 Grad und eine so hohe Luftfeuchtigkeit habe ichdas letzte mal vor 8 Jahren in Florida erlebt. Nicht gerade die frische Meeresbriese die ich erwartet hatte. Egal, ich brauchte jetzt ein Bett und viel dringender eine Dusche. Am Hostel angekommen erwartete mich gleich die erste Überraschung. Die Rezeption hatte für 1 1/2std geschlossen (Mittagspause). Das allein wäre ja kein Problem gewesen. Ich bin um die halbe Welt gereist. Was interessieren mich dann diese lächerlichen 1 1/2 Std. Als hätte Gott persönlich meinen Gedanken gelauscht, öffnete er mit einem lauten rauschen seine Forten. "Mein Gott, kann nicht einmal was ohne Zwischenfall klappen?" Murmelte ich leise vor mich hin. "Misst, hier in Queensland ist Regenzeit ich hätte mich mal vorher informieren müssen". Fluchend zwängte mich unter einen Dachvorsprung und wartete. Zum Glück traf ich bald auf Leo, einen Freund aus Oldenburg. Ich war erleichtert nach so langer Zeit mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wir hatten uns viel zu erzählen.Die Zeit verstrich schnell. Nach gefühlten 5 min Sprang die Tür auf und ein energischer junger Mann bat mich rein zu kommen. Ich checkte ein und bekam ein mit vier Frauen belegtes 6-bett Zimmer zugewiesen.....